Eine Ausstellung über etwas, was es gar nicht gibt. Jetzt heißt es ganz stark sein: der Bierbauch ist ein Mythos. Denn, so sagt Marion Ruisinger, Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt, der Bauch kommt nicht vom Bier allein. Er entsteht dann, wenn man mehr Energie zu sich nimmt als der Körper verbraucht. Der legt dann Speicherspeck an – ein herrliches Wort. Und beim Mann legt sich der Speicherspeck halt nun mal meistens direkt in der Körpermitte am Bauch ab. Und daher kommt der angebliche Bierbauch, der keiner ist.
Und dennoch widmet das Medizinhistorische Museum gemeinsam mit dem Bauerngerätemuseum Ingolstadt dem Bierbauch eine eigene Kunstausstellung. Schließlich ist Ingolstadt die Heimat des Reinheitsgebotes, das in diesen Tagen 500 Jahre alt wird. Zu sehen sind in einem Stall des Bauerngerätemuseums kunstvolle Fotografien von Gabriele Neumaier. Sie hat den Bierbauch als Berg, als herrliche Landschaft und Kulisse inszeniert. Kleine Figuren erleben allerlei auf dem Bauch – sie erklimmen ihn wie Bergsteiger, musizieren dort oder feiern einfach darauf. Alle Infos zur Ausstellung gibt es hier.
Mein Beitrag zur Ausstellung aus der Abendschau des BR Fernsehen und allerlei Artikel:
Unsere Reise geht zu Ende – mit einem großen Finale im Norden Schwedens. Der Nationalpark Abisko ist ein magischer Ort. Einmalige Natur in wunderbarer Lage, ein Glücksfall für die Besucher und den schwedischen Tourismusverband STF, der im Nationalparkzentrum die Besucher abzockt. Wir haben uns dort zwei Tage einquartiert und erleben in der ersten Nacht ein wunderbares Nordlicht. Über eineinhalb Stunden vollzieht sich die Lichterscheinung am klaren Himmel über dem See Torneträsk und dem Berg Nuolja. Wissenschaftler können das Phänomen gut erklären. Uns fasziniert das unterschiedlich starke grüne Licht, das über den Himmel zieht und sich dabei ständig verändert.
Frieren müssen wir bei der Beobachtung auch nicht, denn es ist für den März mit Temperaturen um den Gefrierpunkt viel zu warm – der Schnee schmilzt wie es hier sonst im Mai üblich ist. Und so entscheiden wir am kommenden Tag auch, dass wir in den nahen Skigebieten Björkliden und Riksgränsen nicht Skifahren, denn dafür ist es eigentlich zu warm. Stattdessen fahren wir auf den Berg Nuolja und ich steige mit Schneeschuhen noch zum Gipfel hinauf. Beeindruckende Ausblicke über die Weiten des Nationalparks belohnen mich.
Schließlich am letzten Tag unserer Reise Abschied von Abisko und noch ein Abstecher zum Icehotel in Jukkasjärvi. Findige Unternehmer bauen dort seit vielen Jahren im November und Dezember gemeinsam mit Künstlern ein Hotel aus Eis und Schnee. Dafür werden gerade jetzt im März auf dem großen Fluß Torneälv direkt hinter dem Hotel zwei Tonnen schwere Eisblöcke gesägt und bis zum Herbst eingelagert. Dann werden aus dem besonders klaren Eis Kunstwerke für die Gestaltung der Hotelzimmer, der Halle, der Bar und der Kirche geschaffen. Die eigentlichen Mauern werden aus einer Mischung aus Schnee und Eis gefertigt, das mit Hilfe von Schneekanonen produziert wird. Für die besonders großen Räume werden Ballons aufgeblasen und mit dem Eis-Schnee-Gemisch besprüht. Später wenn alles gefroren ist, wird aus den Ballons die Luft herausgelassen und sie werden herausgeholt. Wir sehen uns viele der kunstvollen Hotelzimmer an, die Kirche und die Hotelhalle. Die Eisbar ist zwei Tage zuvor eingestürzt, weil es schon zu warm ist. Beeindruckend auch wie gerade die Eisblöcke für den nächsten Winter aus dem Fluß geholt werden. Allemal eine Reise wert – man muss ja nicht in dem -5 bis -7 Grad kalten Hotel schlafen, um es zu besichtigen. Das kann man gegen einen Eintrittspreis auch so tun.
Von Außen ist das Hotel eher unscheinbar.
Doch wer die Halle betritt,
der ist bald überwältigt …
von der eisigen Kunst!
Die Zimmer sind sehr unterschiedlich gestaltet –
in einem Zimmer wacht ein Elefant aus Eis und Schnee über die Gäste.
Draußen werden aus dem Fluß
die Eisblöcke für das nächste Jahr geborgen.
Die Kirche gehört zu
den Highlights des
Icehotels. Jedes Jahr
finden dort Trauungen
und Taufen statt.
Die Reiseroute unserer zwei Wochen in Lappland und auf den Lofoten, Quelle: Google:
Es hat schon eine große Portion Mut dazu gehört, als Eva Schmutterer (63) vor 20 Jahren nach Norwegen gezogen ist. Sie zog zu ihrem späteren Mann in das 38 Einwohner zählende Dorf Kamøyvær. Und das liegt am Nordende des 2500 Kilometer langen Landes. Das Dorf Kamøyvær gehört zur Nordkapp-Gemeinde und Eva ist glücklich hier. Ich konnte sie besuchen und mit ihr reden und drehen.
In Nürnberg hat sie als Sozialpädagogin in Gostenhof gearbeitet, doch dann lernte sie auf einer Feier einer Freundin ihren heutigen Mann kennen. Schon zuhause hatte sie in ihrer Freizeit Spaß an der Kunst gehabt. Und in der neuen Heimat hat sie sich dann ganz ihrer Kunst gewidmet. Und nach einer Durststrecke hat sie mit ihren Bildern großen Erfolg. Rund 20.000 Menschen kommen jedes Jahr – vor allem im Sommer – in ihre Galerie „East of the sun“ und kaufen ihre Bilder und Bücher. Der Vorteil ihrer Galerie: sie liegt 25 Kilometer vor dem Nordkapp in einer Gegend, die an touristischen Attraktionen abgesehen von einer atemberaubenden Landschaft nicht viel zu bieten hat.
Ihre Arbeiten entstehen in einer außergewöhnlichen Technik: Eva zeichnet einen Entwurf und sucht sich dann die einzelnen Farbflächen auf Fotos in Katalogen, Prospekten und Zeitschriften aus. Die werden ausgeschnitten und geklebt. Und so entsteht ein Bild, das später gescannt und gedruckt wird. So kann man hochwertige Drucke oder auch Originale bei ihr kaufen. Die Motive bietet ihre Heimat Norwegen: Landschaften und Tiere, die unterschiedlichen Farben, die der Himmel während des Jahres zu bieten hat.
Ich bin von Eva spontan sehr freundlich aufgenommen worden und sie kann wunderbar erzählen. Das Ergebnis gibt es in der Abendschau im BR Fernsehen:
Von Lappland aus starten wir in Richtung Lofoten. Der Weg führt uns über den Polarkreis und das Gebirge an der schwedisch-norwegischen Grenze hinunter Richtung Atlantik. Die Küstenstraße in nördlicher Richtung und dann bei herrlichem Wetter mit der Fähre Bognes-Lødingen Kurs Lofoten. Ein unbeschreiblicher Sonnenuntergang über der Küste. Und schließlich die Fahrt über die Ausläufer der Inseln in Richtung Lofoten. Die Inseln präsentieren sich zunächst von ihrer schönen winterlichen Seite. Der Lofotfischfang ist in vollem Gange. Der Dorsch wird entweder gleich in einer der vielen Fischfabriken verarbeitet, filetiert und eingefroren oder an einem der Trockengestelle aufgehängt – bis zum Sommer wird daraus der berühmte Trockenfisch (Lutefisk). Das Osterwochenende ist leider sehr durchwachsen, aber wir haben eine gemütliche Fischerhütte, eine so genannte Rorbuer in Svolvaer gebucht.
Der Fisch wird an
großen Trockengestellen
aufgehängt und bleibt
dort bis zum Sommer
hängen …
hier gibt’s auch Fischköpfe!
Die Fischerorte leben zum
Lofotfischfang wieder
richtig auf, wie zum Beispiel
Henningsvaer.
Und im Vergleich dazu der Sommer in Henningsvaer.
Abends legen in Svolvaer die Hurtigrutenschiffe an.
Unsere Rorbuer –
Blick aus dem Fenster
Am Ostersonntag besuche ich den Gottesdienst in der Lofotenkathedrale, der größten Holzkirche des Nordens. „Påskedag“ heißt Ostern auf norwegisch. Viele Kinder werden getauft; die Mütter und Patinnen kommen in norwegischer Tracht. Die Kirche zu besuchen, scheint in Norwegen doch eher die Ausnahme. So erklärt die Pfarrerin fröhlich zu Beginn der Messe, wann die Gemeinde mit Amen zu antworten hat. Und sie zählt „3-2-1“ und alle üben gemeinsam das Amen. Bis 2012 war die evangelische Kirche in Norwegen die Staatskirche, dann jedoch entschied das Parlament die Trennung von Staat und Kirche: