Das große Finale – Skandinavien im Winter

Unsere Reise geht zu Ende – mit einem großen Finale im Norden Schwedens. Der Nationalpark Abisko ist ein magischer Ort. Einmalige Natur in wunderbarer Lage, ein Glücksfall für die Besucher und den schwedischen Tourismusverband STF, der im Nationalparkzentrum die Besucher abzockt. Wir haben uns dort zwei Tage einquartiert und erleben in der ersten Nacht ein wunderbares Nordlicht. Über eineinhalb Stunden vollzieht sich die Lichterscheinung am klaren Himmel über dem See Torneträsk und dem Berg Nuolja. Wissenschaftler können das Phänomen gut erklären. Uns fasziniert das unterschiedlich starke grüne Licht, das über den Himmel zieht und sich dabei ständig verändert.

Frieren müssen wir bei der Beobachtung auch nicht, denn es ist für den März mit Temperaturen um den Gefrierpunkt viel zu warm – der Schnee schmilzt wie es hier sonst im Mai üblich ist. Und so entscheiden wir am kommenden Tag auch, dass wir in den nahen Skigebieten Björkliden und Riksgränsen nicht Skifahren, denn dafür ist es eigentlich zu warm. Stattdessen fahren wir auf den Berg Nuolja und ich steige mit Schneeschuhen noch zum Gipfel hinauf. Beeindruckende Ausblicke über die Weiten des Nationalparks belohnen mich.

Schließlich am letzten Tag unserer Reise Abschied von Abisko und noch ein Abstecher zum Icehotel in Jukkasjärvi. Findige Unternehmer bauen dort seit vielen Jahren im November und Dezember gemeinsam mit Künstlern ein Hotel aus Eis und Schnee. Dafür werden gerade jetzt im März auf dem großen Fluß Torneälv direkt hinter dem Hotel zwei Tonnen schwere Eisblöcke gesägt und bis zum Herbst eingelagert. Dann werden aus dem besonders klaren Eis Kunstwerke für die Gestaltung der Hotelzimmer, der Halle, der Bar und der Kirche geschaffen. Die eigentlichen Mauern werden aus einer Mischung aus Schnee und Eis gefertigt, das mit Hilfe von Schneekanonen produziert wird. Für die besonders großen Räume werden Ballons aufgeblasen und mit dem Eis-Schnee-Gemisch besprüht. Später wenn alles gefroren ist, wird aus den Ballons die Luft herausgelassen und sie werden herausgeholt. Wir sehen uns viele der kunstvollen Hotelzimmer an, die Kirche und die Hotelhalle. Die Eisbar ist zwei Tage zuvor eingestürzt, weil es schon zu warm ist. Beeindruckend auch wie gerade die Eisblöcke für den nächsten Winter aus dem Fluß geholt werden. Allemal eine Reise wert – man muss ja nicht in dem -5 bis -7 Grad kalten Hotel schlafen, um es zu besichtigen. Das kann man gegen einen Eintrittspreis auch so tun.

Die Reiseroute unserer zwei Wochen in Lappland und auf den Lofoten, Quelle: Google:

Route Ostern 2016, Quelle Google

Lappland bewegt

Lappland – das klingt nach Weite, unberührter Natur, Kälte und Mücken. Lappland beeindruckt selbst Menschen, die die Region noch nie betreten haben. Wir durften zum ersten Mal das winterliche Lappland erleben – und es hat uns sehr bewegt. Lappland – das ist der Land der Samen. Es liegt in Schweden, Norwegen, Finnland und wenn man so will auch in Russland. Es ist eine Landschaft mit vielen Seen, riesigen Wäldern und Bergen. Wobei die Berge nicht die Höhen erreichen wie die Alpen. Die Baumgrenze ist niedrig, so dass viele Gipfel nicht bewaldet sind.

Lappland ist irgendwie auch das Land der Bewegung. In den letzten Tagen durften wir einige sehr unterschiedliche Fortbewegungsmittel ausprobieren. Auf der Husky-Farm von Uschi und Steffen waren es die Hundeschlitten und die Huskys – unser Erfahrungsbericht. Anschließend ging es weiter auf den Storberg Fjällgård bei Arvidsjaur, wo die Deutschen Gerhard und Petra Baader sich auf Touren mit Schneemobilen spezialisiert haben. Und bei einer dreistündigen Tour bei herrlichem Wetter durch die Wälder Lapplands haben wir gespürt, was die Schweden und Norweger an den schnellen Gefährten fasziniert. Und wir sind auch mit Schneeschuhen durch den festen Schnee des späten Winters gestapft.

Ein Winter ohne Schneescooter ist im hohen Norden für viele Einheimische kaum denkbar. Ob in der Finnmark in Nord-Norwegen oder in Lappland in Nord-Schweden – es scheint als hätte jede Familie, vor allem natürlich die Familienväter, ein PS-starkes Schneegefährt. Sie ziehen die Fahrzeuge auf Anhängern in die entlegensten Ecken ihres Landes, um die bis dahin oft noch unberührte Natur bzw. den Schnee durchzupflügen. An vielen Parkplätzen sieht man die abgestellten Anhänger und die Spuren der Kufen und Antriebsketten. Natürlich sind die Schneemobile im Norden auch oft sinnvolle Fortbewegungsmittel. Die zugefrorenen Flüsse und extra angelegte Spuren parallel von Straßen – markiert mit einem roten Kreuz – dienen als Schneescooter-Highways.

Ein ideales Fortbewegungsmittel sind die Schneeschuhe. Die Berge sind ja nicht sehr hoch, sanfte An- und Abstiege durch verschneite Nadelwälder und die imposanten Ausblicke vom Gipfel machen die Schneeschuhwanderungen zu großartigen Erlebnissen.

Und schließlich bewegen sich hier oben noch die „Autotester“, wie sie genannt werden. Europas Autobauer schicken in die Region von Arvidsjaur und Arjeplog jeden Winter hunderte Mitarbeiter und Fahrzeuge, um neue Typen und Komponenten bei eisigen Temperaturen auf zugefrorenen Seen und im normalen Straßenverkehr zu testen. Immer wieder begegnen einem hier Kolonnen von Fahrzeugen zum Beispiel aus Ingolstadt – Lappland bewegt eben.

Zu Besuch in Hudlhub

Hudlhub ist überall – ein frei erfundenes typisch bayerisches Dorf, in dem sich skurille Geschichten und so manche leicht kriminelle Machenschaft ereignet. Hudlhub ist ein Kunstprojekt des Schrobenhausener Journalisten Matthias Petry, der einen gleichnamigen Roman geschrieben hat und eine Band mit dem gleichen Namen gegründet hat (mit Barbara Seitle und Sabine Beck), die mit dem ersten Album Hudlhub jetzt durch Bayern zieht. Am 20. Februar 2016 waren sie in Neuburg zu Gast:

Konzert in Neuburg

Wenn Matthias Petry von Hudlhub erzählt und die Lieder spielt, dann wird das Phantasiedorf lebendig. Hier leben Steffi, die sich in Charlie, Mitglied des Feuerwehrtrupps von Hudlhub, verknallt hat, der Landtagsabgeordnete Ludwig Haderlein, der Bürgermeister, der Pfarrer und viele andere Hudlhubber. Eines Tages taucht die Elfenbeinprinzessin auf und bringt so manches aus dem Lot. Denn sie verdreht gewissen Hudlhubbern den Kopf. Aber immer gemach, denn in Hudlhub gilt das Motto: Nur ned hudln.

Ich habe für die Abendschau einen Beitrag über Hudlhub gedreht:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/buch-band-hudlhub-100.html

Ein Bericht von unserem Dreh im Autorenkorrektiv Quindie:

http://www.qindie.de/die-abendschau-in-hudlhub/

Hudlhub gibt es auch im wirklichen Leben – ein kleiner Weiler im Landkreis Pfaffenhofen.

Rückblick und Ausblick

Wir blicken auf ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2015 zurück. Doch darf man das angesichts der Krisen auf der Welt und der düsteren Szenarien vieler Politiker überhaupt sagen und schreiben? Ja, denn weder steht unser Land vor einer „Flüchtlingskatastrophe“ – dieses Wort gehört nicht zu meinem Wortschatz -, noch ist der Wohlstand ernsthaft gefährdet. Im Gegenteil, ich gehöre zu denen, die glauben, dass unser Land die große Zahl von Flüchtlingen gut gemeistert hat und meistert. Und unser Land steht gut da. Die Wirtschaft brummt und wer sich mal mit Arbeitgebern unterhält, zum Beispiel aus dem Handwerk, der weiß, dass Deutschland die Flüchtlinge braucht.

Natürlich gibt es Menschen, die schwarz sehen und Medien schelten, diese würden „Euphoriejournalismus“ betreiben. Besonders merkwürdig finde ich, wenn Journalisten selbst kritisieren, dass Medien positiv über die Ankunft und Aufnahme der Flüchtlinge in unserem Land berichten. Das Flüchtlingsthema wird uns auch 2016 begleiten und das ist gut so.

Ausblick

Ich freue mich auch im neuen Jahr auf viele spannende Begegnungen mit Menschen, die etwas zu erzählen haben. Gerade bei der abwechslungsreichen Arbeit für die Abendschau des Bayerischen Fernsehens treffe ich immer wieder auf interessante Menschen, deren Weg ich auch nach dem Dreh nicht aus dem Augen verliere. Oft kann man die Geschichten weiter erzählen und verflogen. Das freut mich ganz besonders.

Und so werde ich im Jahr 2016 mit der bild-schön medienproduktion wieder Bischof Berislav in Tromsø in Norwegen besuchen und mit ihm drehen. Seit Jahren kreuzen unsere Wege sich immer wieder.

https://bild-schoen-medien.de/besuch-bei-guten-bekannten

Besonders spannend: zum ersten Mal werden wir in den skandinavischen Winter – rund um Ostern – starten. Dabei werden wieder viele Fotografien und filmische Eindrücke entstehen.

Schließlich plant die bild-schön medienproduktion 2016 das Projekt „The Floating Piers“ von Christo im Juni am Iseosee in Italien zu begleiten. Schon 1995 hat uns die Verpackung des Reichstags in Berlin begeistert.

http://www.christojeanneclaude.net/projects/the-floating-piers#.VoVLD7RCelU

Informationen auch auf der neuen Facebook-Seite: https://www.facebook.com/bildschoenemedien